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S2F5: Der antiochenische Zwischenfall (Gal 2,11-14)

    Was für eine Geschichte! Paulus und Petrus, die beiden großen Apostel der frühen Kirche, geraten in Antiochia so richtige aneinander. Es ging um viel: Soll man Heiden taufen? Und gehören die dann zu Israel? Auf dem Apostelkonzil hatte man einen guten Weg gefunden: Paulus zu den Heiden, Petrus zu den Juden – theoretisch jedenfalls. In der Praxis mussten da noch manche Hürden überwunden werden. Werner Kleine und Till Magnus Steiner werfen erzählerisch einen neuen Blick auf diese altbekannte Geschichte und laden Euch ein, sie neu für Euch zu entdecken. Viel Freude beim Zuhören.

    Die beiden neuen Bibelerzählungen könnt Ihr hier nachlesen:

    „Hart aber herzlich“ (im Dialekt des westlichen Ruhrgebietes), von Werner Kleine
    „Hart aber herzlich“ (die hochdeutsche Version), von Werner Kleine

    „Der Brief an die Fremden in Israel“, von Till Magnus Steiner

    …und in der Bibel findet Ihr die Erzählung über den antiochenischen Zwischenfall im Brief an die Galater, Kapitel 2, in den Versen 11-14 (= Gal 2,11-14).

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    In der nächsten Folge erzählen wir Euch dann die Geschichte von Kain und Abel – den eigentlichen Sündenfall der Menschheit. Seid gespannt!

    Weiterführende Links:

    – Werner Kleine, Kleine ermittelt: Der Fall Jakob, Youtube, 5.11.2021

    – Die Beschreibung der äußeren Erscheinung findet sich in den apokryphen Akten des Paulus und der Thekla (ActPTh 3)

    – Katholische Citykirche Wuppertal, Verlorene Botschaften – Petrus, Du Fels!, Youtube, 27.11.2023

    – die in der Folge erwähnte und in der Antike weitverbreitete Interpretation von Origenes könnt Ihr hier in Ephräms Version nachlesen (die Übersetzung ist entnommen aus: Alfons Fürst, „Von Origenes und Hieronymus zu Augustinus. Studien zur antiken Theologiegeschichte“ [Band 115 der Reihe Arbeiten zur Kirchengeschichte], S. 200f):

    „Ihr sollt aber wissen: Wenn die Apostel (d.h. die Urapostel ohne Paulus) selber zu den Heiden gekommen wären, hätten sie dieselbe Botschaft wie ich (d.h. Paulus) verkündet. Als nämlich Kephas [korrekt: Petrus] nach Antiochien kam, jenes Haupt der Apostel und Fundament der Kirche, wagte ich ihn zu kritisieren, nicht weil er selber die Kritik verdiente, sondern weil er von denen beschuldigt worden war, die als beschnittene Christen sein Verhalten teilten.

    Bevor nämlich Beschnittene von Jakobus, dem Bruder unseres Herrn, zu ihm kamen, daß er zusammen mit den Heiden und von den Speisen der Heiden; als sie aber kamen, machte er einen Unterschied (zwischen den Speisen); (er aß davon) nicht unterschiedslos, sondern (sie) unterscheidend, aus Angst, die beschnittenen Christen, die unter Heiden lebten, könnten womöglich gleichsam Christus entfremdet werden und wieder zu den Söhnen ihres Volkes zurückkehren.

    So verhielt sich aber nicht nur er; denn auch die Juden(christen), die in Antiochien zu Anhängern (Christi) geworden waren und vordem nicht wie Simon (aus den Speisen) auswählten, kehrten (zu den Bräuchen ihres Volkes) zurück: Mit Simon wählten sie (aus den Speisen) aus. So wurde auch Barnabas, der Heidenchrist war, genötigt, wegen Simon in den Speisen der Hebräer Unterschiede zu machen.

    Als ich aber sah, dass sie sich nicht richtig gemäß der Wahrheit des Evangeliums verhielten – sie (d.h. die Christen in Antiochien) lebten nämlich nach sowohl heidnischer wie jüdischer Sitte, nach Anweisung Christi als auch des Gesetzes; Simon aber hatte Angst, ihnen (d.h. den Judenchristen von Jakobus) etwas zu sagen, um ihnen kein Ärgernis zu geben – sagte ich zu Petrus nicht im Verborgenen, sondern vor allen – nicht er selbst ist nämlich irgendwie schwach geworden (im Glauben); vielmehr war er um der Schwachen willen zu diesem Verhalten genötigt – er (d.h. Paulus) sagte also über ihn (d.h. vermittelt über Petrus) zu den Beschnittenen: Wenn du, obwohl du ein Jude bist, gestern noch nach  heidnischer  Sitte lebtest, wieso zwingst du heute nicht durch dein Reden, sondern durch dein Tun die Heiden dazu, nach jüdischer Sitte zu leben?“